Geliebte Zitrone

Zitronenbaum307

05.08.2016 – Geliebte Zitrone
Sozialstudie Ginherstellung.

Wir stehen noch am Anfang unserer langen Ginreise mit DeinGin.de. Die Seite, die Idee – das ganze Projekt an sich – sind neu und interessant: Nicht nur für uns Gründer, auch für Außenstehende. Besonders in Gin-schwangerer Runde kommt das Gespräch häufig auf unsere Idee des individualisierbaren Gins.

Nach den üblichen Fragen (und zugehörigen Antworten):
«Meint ihr denn, dass man damit Erfolg haben kann?»
«Ja. Und wir wollen ja auch nicht ab morgen davon leben, sondern  Spaß haben und etwas lernen.»

«Und… kann ich mal einen von Euren Gins probieren?»
«Wir haben keinen typischen Gin, Dir einfach irgendeine Mischung zu geben liefe der ganzen Idee der Individualisierung zuwider.»

Kommt man schnell darauf, den Ginstallateur zu erklären und die zugehörigen Zutaten zu zeigen und zu erklären:

«Bei fünf möglichen Intensitäten und derzeit 14 Zutaten – wovon eine immer Wacholder sein muss und fünf weitere frei wählbar sind – kommt man auf unzählige mögliche Ginkombinationen.»

Und dann passiert das Bemerkenswerte: Obwohl in unserem Freundeskreis viel Gin getrunken wird und jeder unserer Freunde (sowieso) ein kleiner Ginexperte ist, reicht die vermeintliche Expertise nie aus, einen spontanen, kreativen Wunsch zu formulieren. Zugegeben ist auch schwierig. Im Gegenteil: Der nächste Satz ist in 98% aller Fälle:

«Dann möchte ich, dass mein Gin wie Hendrick´s [Bombay, Tanqueray] schmeckt, welche Zutaten muss ich dann in welcher Stärke wählen? Den würde ich sofort kaufen!»

Wir empfehlen dann immer, einen Hendrick´s [Bombay, Tanqueray] zu kaufen und fangen bei der Erklärung unserer Idee nochmal neu an: Es geht darum, etwas Neues zu schaffen, etwas Einzigartiges.
Einen Gin, der Dir nicht nur gut schmeckt, sondern auch Deine ganz eigene Idee von Gin beeinhaltet.
Auf seine Rezeptur kann man aus den verschiedensten Gründen stolz sein: Weil sie besonders lecker ist. Weil sie besonders ausgefallen ist. Weil der Gin eine besondere Farbe bekommt. Weil sie besonders gut mit einem bestimmten Tonic-Water harmoniert. Aber eben nicht weil sie möglichst genauso schmeckt wie Hendrick´s.

Der nächste Schritt ist dann der Versuch, einzelne Geschmäcker zu isolieren und zu abstrahieren. Die fruchtige Note, die vielen bei Gins wie Hendrick´s oder Ferdinand´s so gut gefällt, wird zuerst mit Zitrone in Verbindung gebracht.

Zitrone ist ein greifbarer und insbesondere begreifbarer Geschmack, den viele Gintrinker mögen. Mit Tonic-Water geht Zitronengeschmack nicht verloren, er ist eine geschmackliche Ergänzung und bereits von vielen (mainstreamigen) Gins bekannt. Wenn es darum geht, aus (teilweise unbekannten) Zutaten und aus einer kaum überschaubaren Vielzahl von Möglichkeiten zu wählen, scheint die Entscheidung sehr oft nach den Kriterien „bekannt“ und „bewährt“ getroffen zu werden: Die Zitrone muss rein.

Deswegen lieben wir die Zitrone. Gins mit hoher Zitronenintensität werden in Erstgesprächen oder Testginstallationen am häufigsten nachgefragt und halten oft, was sie versprechen. Wenn man einen zitronigen Gin bestellt und dann auch Zitronengeschmack in seiner  eigenen Gin-Kreation wiederfindet, werden keine Erwartungen enttäuscht. Von dem Erfüllen der individuellen Erwartungen unserer Kunden lebt die Idee von DeinGin.de.
Unsere Zitrone ist also der erste Anlaufpunkt für unentschlossene Ginstallateure und transportiert die Anfänge unserer Idee: Ich möchte einen Gin der nach „Zitrone“ (später dann ja vielleicht „Tasmanischem Pfeffer“ „Paradieskörnern“ oder „Lavendel„) schmeckt, keinen der „wie Hendrick´s“ schmeckt. Bevor wir unseren Ginstallateur freigeben und voraussichtlich Ende Oktober Bestellungen entgegennehmen, stocken wir unseren Zitronenvorrat ordentlich auf.

Danke, geliebte Zitrone.