Euer Schnaps schmeckt ja nach Schnaps!

img_20161018_114156Euer Schnaps schmeckt ja nach Schnaps… Das geht ja gar nicht!
21.10.2016

In den letzten Wochen und Monaten haben wir selbst viel Schnaps getrunken. Wir geben es ja zu.

Genauso häufig haben wir aber (als wir schon etwas weiter mit der Produktentwicklung waren) anderen Leute aus unserem Freundeskreis, vom Fußball, von der Arbeit, vom Handball, aus Studientagen… etc. einen oder mehrere Gins zur Verkostung angeboten.

Vielleicht hatten sich unsere Gaumen aufgrund der intensiven Arbeit an den jeweiligen Rezepturen desensibilisiert. Vielleicht waren wir (und sind wir!) auch viel zu überzeugt von dem Produkt um ein objektives Urteil fällen zu können.

In unserem allerersten Blogbeitrag haben wir schon über das Phänomen der Zitrone berichtet. Also darüber, dass viele Leute anfangs einen Gin wollen, der „wie ein Hendrik´s“ oder „wie ein Bombay“ schmeckt und darüber, dass uns die Zitrone dabei hilft, dieses „Wie-denken“ langsam zu verhindern.

Wir bekommen dann natürlich Feedback (meistens auf eigens entwickelten Bögen) von unseren Testern. Sobald wir signifikante Auffälligkeiten in der Bewertung einzelner Rezepturen feststellen, versuchen wir dem nachzugehen: Schlechte Eigenschaften wollen wir nicht wieder produzieren. Gute Eigenschaften hingegen hervorheben.

Ein Kritikpunkt zu unserem Gin war häufig (nicht immer), dass man deutlich schmecken würde, dass es sich im Alkohol handelt. Kommentare wie „ziemlich stark“, „schmeckt etwas sprittig“ oder „schmeckt ganz schön nach Schnaps!“

Nun was soll man sagen?! Es könnte daran liegen, dass wir Schnaps verkaufen. Dennoch wird der Geschmack nach Alkohol grundsätzlich als Negativum an unserem Produkt empfunden. Hier wollen wir dieser Kritik einmal begegnen:

Unser Produkt hat 45 Volumenprozent, eindeutig handelt es sich nicht um einen Likör oder ein Mixbier. Die Zutaten haben unseren Gin nicht „verlängert“, seinen Alkoholgehalt also nur extrem unwesentlich verändert. Allein vom Alkoholgehalt spielt der Gin, obwohl er noch andere Aromen enthält, in der gleichen Liga wie andere Gins, Wodka oder stärkere Obstbrände.
Dass Dein Gin bei purem Genuss nach Schnaps schmeckt, ist ganz normal.

Wer uns nicht glaubt, der probiert mal andere Ginsorten pur oder erinnert sich an den letzten runden Geburtstag von Onkel Hartmuth, als es Williams Christ gab. Das schmeckt auch nach Alkohol. Der hohe Alkoholgehalt ist kein Mangel, im Gegenteil: Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Aromastoffe können aus Deinen Zutaten gelöst werden, desto weniger Spiritouse brauchst Du um zu mischen, desto besser ist das Getränk für Cocktails geeignet und desto weniger wahrscheinlich bekommst Du Kopfschmerzen.

Anders als Williams Christ (Birne) ist Dein Gin aber longdrinktauglich. Wir raten Dir ausrücklich dazu, Deinen Gin mit Tonic zu trinken. Die Aromen werden dadurch nur unwesentlich überchrieben (nicht mehr als bei anderen Gins auch) und Du wirst Deine Komposition auf jeden Fall wiedererkennen.

Wenn Du also der Meinung bist, dass unser Schnaps zu sehr nach Schnaps schmeckt, versuch Dich zu erinnern, wann Du das letzte Mal ein Tablett Gin-Kurze bestellt hast. Richtig. Noch nie.