Keine… Ahnung…?!

Fragezeichen

12.08.2016 – Keine… Ahnung…?!
Mut zur Inkompetenz.

Keine Ahnung zu haben ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil.
Als das Deingin.de Projekt begann, wussten wir nicht viel: Wir wussten, dass wir eine kleine Zuflucht vor unseren Bürojobs brauchten und Gin mögen. Irgendwie hatte auch jeder Lust, produktiv zu arbeiten und Spaß an der Idee, den Markt um ein cooles, individuelles Produkt zu bereichern.

Keiner wusste, welche Zutaten einen guten Gin ausmachen können. Keiner wusste, wie man einen „Ginstallateur“ programmiert.
Keiner wusste, wie Buchführung, Bilanzierung und Buchhaltung funktionieren.
Keiner wusste, wie man Kunden gewinnt oder Marketing betreibt.
Keiner wusste, wie man designed, blogged, verkauft, Lebensmittel verarbeitet oder was Search Engine Optimization ist.

So kam (und kommt) es, dass wir bei Fragen über den Fortgang unseres Projektes allzuhäufig:

 

«Öhm… Das weiß ich noch gar nicht so genau…»

antworten müssen.

Und dieses «noch» ist es, was uns weiterbringt. Dieses «noch» hat uns über 1.000 verschiedene Gins herstellen lassen, nur um die ersten 14 Zutaten festzulegen und deren Intensitäten einzustellen. Dieses «noch» lässt uns Programmiersprachen und Lebensmittelherstellungs und -verarbeitungsrichtlinien lernen. Dieses «noch» führt zu abendfüllenden Diskussionen über die Wikipediaeinträge von Kaltleimetikettierung.

Wenn man sich eingestanden hat, dass man nicht alles weiß und dass man nicht nicht alles kann, dass es eben für manche Probleme keine perfekte Lösung gibt, dann hat man schon viel erreicht. Inkompetenz ist eine Stärke! Wer meint, alles zu wissen, lernt nichts Neues mehr.
Einzig das Eingeständnis der eigenen Noch-Nicht-Kompetenz steht einem dann noch im Wege. Das klingt vielleicht ein bisschen romantisch, stimmt aber.

Das Gefühl, wenn man die erste automatisch generierte Mail inklusive Rezeptur mit dem Titel „Bestellungseingang #1“ aus dem Ginstallateur bekommt – obwohl man vor 2 Monaten nicht einmal „Hello World“ programmieren konnte?
Geil.

Den ersten Gin aus eigener Herstellung, bei dem man jeden Einzelgeschmack differenzieren kann und der auch noch als Gesamtgeschmack überzeugt – obwohl man vor 4 Monaten noch literweise Mixturen in den Ausguss gekippt hat?
Unvergleichlich.

Die erste eigene Bilanz schreiben und den eigenen Firmennamen auf das Briefpapier drucken – obwohl man vor 6 Monaten nur eine Idee hatte und keinen Schimmer hatte, was in eine Eröffnungsbilanz gehört?
Knüller.

Logos, Designes und Grafiken selbst entwerfen und ein „sieht wirklich gut aus“ dafür bekommen – obwohl einen die Kunstlehrerin damals für talentfrei erklärt hat?
Nimm das, Kunstlehrerin aus der 12. Klasse.

Wir sind «noch» ziemlich inkompetent. Und darüber freuen wir uns.