Tonka-Bohne

Tonka-Bohne.

Die Tonka Bohne ist der Samen des Tonkabohnenbaums, der hauptsächlich in Südamerika und Afrika beheimatet ist. Tonkabohnen haben einen süßlichen, leicht bitteren, der Vanille ähnlichen Geschmack und wurden deshalb oft als „günstiger“ Vanilleersatz verwendet, haben aber inzwischen in der Küche ihren eigenen Platz gefunden.

Als Gewürz werden auch in Desserts oder Gebäck verwendet, der Geschmack der Tonka Bohne ist sehr besonders. Beschreibungen reichen von „vanillig“, über „frisches Heu“ bis zu „waldmeisterig“. Jedenfalls handelt es sich um ein weihnachtliches, süß-bitterliches Geschmackserlebnis, dass oft in Glühweinen und Zimtsternen wiederzufinden ist und sich hierzulande großer Beliebtheit erfreut.

In eigener Sache gilt das Folgende anzumerken. Uns haben besorgte Zuschriften erreicht, das der Inhaltsstoff der Tonka Bohne namens Cumarin, gesundheitsschädlich sei. Das kann, gerade bei einer möglichen inflanzionären Verbreiterung solcher „Fakten“ nicht unkommentiert bleiben.
Der Cumaringehlt der Bohne stand und steht lange im Verdacht gesundheitsschädlich zu sein. Während eine krebserregende Eigenschaft (die zu einem kurzzeitigen Verbot der Bohne in Deutschland [1981] führte) nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, bestehen auch andere Bedenken gegen die Einnahme von Cumarin in hoher Dosis.

Cumarinkonzentrationen werden aufgrund möglicher Überdosierungen durch die EU reguliert. Genauso wie Estragol (Aromastoff von Estragon) oder Pulegon (Pfefferminzaroma).

Unter Einhaltung dieser Grenzwerte hat aber die Sterneküche, die Süßwarenindustrie und jeder Glühweinhersteller Cumarin aufgrund seiner Köstlichkeit für sich entdeckt. Cumarin steckt nämlich nicht nur in der Tonka Bohne! Sondern auch in Zimt oder Wacholder. Diese Grenzwerte liegen bei 50mg pro Kilo bei Backwaren und bei 10mg pro Kilo bei alkoholischen Getränken, eine Konzentration die wir bei unserem Weihnachtsgin bei Weitem nicht erreichen. Der Rest ein Debatte gehört in den esoterischen Bereich, wie für beinahe alle Lebensmittel und Bestandteile von Lebensmitteln gibt es Gesetze an die wir uns selbstverständlich halten. Wer sich weiter informieren möchte, dem seien Wikipedia und die VERORDNUNG (EG) Nr. 1334/2008 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES inklusive ihrer Anhänge als Einstieg empfohlen. Zur seriösen Informationsgewinnung nicht geeignet erscheinen uns Seiten, die

  • führende Politiker/innen als Reptiloiden zu enttarnen versuchen,
  • zu Anti-Chemtrailprotesten aufrufen,
  • mithilfe selbstgebauter Raketen eine Beweisführung hinsichtlich der Erdform (SCHEIBE!!!) anstreben und/oder
  • erklären, warum die Mondlandung in einem Filmstudio stattgefunden hat.

Cheers.